ESEL prägen seit 1984 mein Leben

1993 begann für alle ein neues Leben.
Das alte Leben war absolut nicht schlecht ,nur um uns „auszubreiten“ bzw um uns zu entfalten mit der Eselzucht , war es zu eng.  Bauwagen als profisorische Stallungen  waren jetzt nicht mehr nötig. Jetzt hatten wir einen ehemaligen Bauernhof , ausreichend Stallungen und ca 8 ha Weideland. Wir hatten aber auch jetzt  Nachbarn ,wovon einer sich schon über Esellärm beschwerte,wo noch gar kein Esel da war – die Esel wurden dann einfach ins Grundbuch eingetragen . 🙂
In den ersten Monaten blieb keine Zeit , um Fotos zu machen.Wir mußten zuerst die Wohnung wohnbar machen – es stand noch Frühstück auf dem Tisch von vor 10/15J ? Zumindest das Geschirr,ansonsten waren alle Räume als Abstellkammer genutzt worden.

Die Esel waren  für die ersten Monate des Jahres in Kuhstallungen untergebracht. Die Weiden und Stallungen mußten so nebenbei gerichtet werden .Der jenige,der es uns verkaufte,hatte alles mit Müll und Schrottautos (13 ) zugestellt und wenn man ihn antraf,war er meist alkoholisiert. Er wohnte in dem Altenteil seiner Eltern neben uns. Wir kamen am Anfang sehr gut mit ihm zurecht und so planten wir gemeinsame Ziele.

Wir wohnten zu Anfang in 2 Wohnwagen,die in der großen Diele des Hauses standen.Es mußte definitiv alles  renoviert werden, da war es besser, die Esel vorerst im Kuhstall sicher unter gebracht zu wissen. Man sollte meinen,es konnte so nichts passieren, aber – eine Stute hatte den Kopf so durch ein Fressgitter geschoben ,das wir sie heraussägen  mußten .Ein Hengst hatte sich in seinem Heunetz verfangen ,war aber  ruhig und stand nur verzweifelt schauend da. Wir setzten alles dran,den Eseln einen besseren Raum zu schaffen.Die Weide bekam Litze mit Strom,für die Junghengste bekamen wir eine andere Weide. Alles in Allem waren wir bis April /Mai soweit, das ich ein indisches Zwerg-Zebukuhkalb kaufte, ein Jerseybullkalb hatte ich schon gekauft. Er sollte  später kastriert werden.Beide , Jersey und Zebu ,kamen aber erst später (August,November) ,weil sie noch zu klein waren und noch Muttermilch benötigten.

Durch die amerikanische Eselzeitschrift kam ich dann auf die verrücke Idee, einen Zebrahengst zu kaufen,um Zebroide zu züchten. Im nach hinein weiß ich,das ich naiv war. Aber dazu später mehr. Unser Hausverkäufer bzw auch Nachbar unterstützte mich in meinem Tun. In Hodenhagen kaufte ich einen 3 jährigen Zebrahengst   und bekam, wie ich später bemerkte , ein Zebra (Chapman) älteren Datums (10 J ). Er war sehr ruhig und ließ sich sehr gut händeln.Er liebte Esel und sobald eine rossig war, wurde von Hand gedeckt. Dazu bekam er ein Halfter mit einem Ledergebiss. Er zeigte uns ,das er kein Gebiss möchte und biß es durch. 🙁  Die Eselstuten waren auch nicht so richtig in Stimmung, weil der Hengst plötzlich einen Pyjama anhatte. 🙂  Ok, mit mehreren Personen ging es dann zurück in den ehemaligen Kuhstall am Wohnhaus. Wo kurz davor noch Kühe standen (nicht unsere) ,stand jetzt ein Zebra.
Es entwickelte sich aber alles anders als erwartet.

Es war Mai 1993 und die Weiden waren eingezäunt.  Endlich konnten auch die Esel raus. Auf einer Weide beim Nachbarn hielt ich 2 Hengste – meinen HV Bolonger und den Junghengst HV Marzipan. Sie waren relativ friedlich zusammen, da beide noch sehr jung waren .

Zwischenzeitlich war das 1. Fohlen in diesem neuen Zuhause  im März geboren  –     RS Jasmin    Sogar die Zeitag war da und machte Fotos .Die Mutter war meine Sandon Phyllipa ,meine 1.engl Stute und mein Jack,Großesel , war der Papa. Zum Glück war es nicht ihr 1. Fohlen und Jasmin wurde ohne Probleme geboren. Das nächste Fohlen wurde im Mai geboren – Sandon Soprano brachte vom Hengst  Blackpool Drum ein Hengstfohlen zur Welt. Wir nannten ihn RS Douple Q.
Die Stuten mit Fohlen kamen auf die Hausweide.

Im August dann endlich bekamen wir das Zebra, was wir ausgesucht hatten. Da der andere Hengst eh nicht der war, den wir ausgesucht hatten, keine von ihm gedeckte Eselstute tragend war, brachten wir ihn nach Hodenhagen zurück und tauschten ihn gegen den versprochenen 3jährigen Hengst
.Der ältere Chappi  ließ sich problemlos in den Anhänger verladen   und transportieren. Das konnten wir von dem 3 jährigen nicht behaupten –  Der war alles andere als ruhig und „zahm“,so dass wir schon bereuten ,den älteren Hengst zurück gegeben zu haben. Das Verladen in den Anhänger gestaltete sich recht schwierig – eine gehaltene Wand wurde kurzerhand umgerannt und unser Nachbar lag drunter. Zum Glück war der Nachbar gut beleibt und hatte keinen Schaden dadurch.
Er mußte wohl allein gehalten werden, was wir .nach einem gescheiterten Versuch, ihn mit Eselhengsten zu vergesellschaften, feststellten. Zebras sind noch cleverer wie die Langohren und so trieb Chappi 2 die Esel in den Unterstand und ließ sie nicht mehr raus. Junghengste wurden getrieben und flüchteten in den Unterstand. Mein Bolonger wurde  1 x so stark am Hinterbein gebissen,das ich ihn rausnahm. Nur durch das einwerfen bzw zwischen werfen eines Halfters, was Chappi zwischen die Beine flog und dieser sich verhedderte, bekam ich Bolo aus der Weide. Das war der letzte Versuch, zukünftig lebte Chappi allein.
Ich mußte aber täglich zu ihm und den Kontakt pflegen, ansonsten würde auch ich in Gefahr sein.
Einmal gab ich ihm eine rossige Eselstute, aber nachdem er sie blutig gebissen hatte, nahm ich sie wieder raus. Eselliebe ist ja schon extrem ,aber Zebraliebe ist doppelt so schlimm. Chappi war außerdem noch jung und würde noch gar nicht befruchtungsfähig sein .Zebras decken erst mit ca 6 J erfolgreich. Das wußte ich aber erst später.
August und September waren ziemlich ereignisreich – Jack, mein Großeselhengst hatte das Sarkroid unter dem Bauch , welches er sich wegbiss – Op´s wurden notwendig , Fridolin hatte ich 2 x dabei erwischt, das er ein Fohlen töten wollte – er wurde kastriert.
Die Zeit verging sehr schnell und wir konnten ,den kleinen Bullen Jersey holen..Er wuchs rapide . Ein paar Monate später kam dann auch das Zebukuhkalb zu ihm in den Stall.

Oktober 1993 wurde Johnboy  geboren – ein Hengstfohlen von Tonja und Jack, beides Großesel,,angeblich aus Italien.  Tonja war aber wohl entweder zu früh gedeckt oder zu früh belastet worden, denn sie hatte einen Senkrücken.
Da ich gerne ein Maultier zum reiten wollte, kam im November 1993 Molly. 12 jährig, 1,56 m Stm und einer Westernausbildung . Auch brachte sie einen Westernsattel und alles notwendig dazu mit. Ansich alles perfekt.
Sie kam zu Jack in den Stall, der sofort begeistert war. Sie interessierte sich aber überhaupt nicht für ihn und hielt ihn gekonnt auf Abstand. Auch habe ich des öfteren schon mal auf Jack im Sattel einen kleinen Rundgang über die Weide gemacht. 🙂 Er war super lieb dabei.

Das Jahr neigte sich zu Ende ,das Wetter war nur noch dunkel und mit Regen. Die Weide war kurz und letztendlich auch sehr naß. Die Esel gingen so gut wie kaum noch raus und somit kamen alle in ihr Winterquatier. Das Winterquartier war bei allen noch behelfsmäßig , denn noch gab es überall am Hof so wie im Wohnhaus ausreichend zu tun. So gab es eine Box mit Hengsten , Bolo und Marzipan   und eine Box mit Wallachen – Frido, Drum und Eddi ,nicht zu vergessen  „Lämmi“, mein letztes Lamm ,das Flaschenbaby. Der Auslauf mußte wechselnd mit den beiden Jungs genutzt werden.
Die Stuten hatten einen großen Stall mit einem Miniauslauf .        Auch Tonja,Johnboy, Molly und Jack zogen um in einen größeres Winterquartier ,dabei bekam der Kleine gleich mal ein Halfter   verpasst.
Der Winter konnte kommen , alle waren versorgt . Noch nicht optimal, aber gut Ding will Weile haben. So ist es, wenn man einen „gebrauchten“ Hof kauft und es für seine Zwecke umbauen muß.
1994 konnte kommen.

Ein Gedanke zu „ESEL prägen seit 1984 mein Leben

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