Trächtigkeits- ,Geburts -, Fohlenaufzuchtprobleme

Ein Thema,das jeder nicht gerne liest, denn jeder ist der Ansicht- eine Geburt ist keine Krankheit und ist ein normaler Vorgang bei Mensch und Tier. Das stimmt auch weitgehend  ,trotzdem treten auch Schwierigkeiten wärend der Trächtigkeit oder wärend der Geburt auf.Bei den Eseln der Standardgröße hatte ich seltener Probleme , seit ich die amerik.Miniaturesel habe .wurde ich des öfteren mit Geburtsproblemen konfrontiert.Eins meiner ersten schlimmen Erlebnissen war mit Parlarmo.

Nachdem wir schon im Februar bei minus 6 Grad durch eine Frühgeburt ein Stutfohlen verloren haben, kam im März das nächste traurige Ereignis.
Wie schon in Der Miniaturesel ist nicht der deutsche Zwergesel erwähnt, ist der amerikanische Miniaturesel nicht wie seine größeren Artgenossen. Alle Eselgrößen haben die Information ihrer Art in den Genen gespeichert. Gene sind Erbanlagen von Erbinformationen. Diese werden durch die Zucht an die Nachkommen weiter gegeben. Das Ganze bildet einen Abschnitt in der DNA. Die DNA der amerikanischen Miniaturesel ist eine andere wie die der anderen Eselgrößen, was auch in Studien in Kentucky festgestellt wurde.
Der Miniaturesel stammt ja von dem sardinischen Esel ab. Er wurde über Jahrzehnte zum Miniaturesel von teilweise nur 65 cm gezüchtet.Das heißt, er hat ausreichend Information von größeren Eseln im Gen. Man kann es sehr gut aus der Registrierung erkennen und zurück verfolgen bis zu dem Sardinischem Esel mit einer Größe von 0,85 m bis 0,95m. Auch wenn der Miniaturesel nur eine Größe von 65 oder 75 cm hat, besitzt er all diese Informationen.
  EA Palarmo mit RS Gizmo

Wer also züchten möchte, sollte so die Tiere ankaufen, dass es nicht in eine Qualzucht endet. Es ist immer besser, eine Zuchtstute zu haben, die eine Größe über 80 cm, 81cm hat. Umso kleiner die Stuten sind, umso kleiner ist deren Anatomie. Und hier geht es in erster Linie um die Stuten, die ja die Fohlen austragen und nach Möglichkeit auch allein und ohne Probleme zur Welt bringen sollen. Auch wenn eine kleine Stute schon mehrere Fohlen problemlos bekommen hat, ist es keine Garantie, das alle weiteren Fohlen problemlos geboren werden. Das Risiko, Stute und Fohlen durch eine nicht mögliche normale Geburt zu verlieren, ist bei 80/81cm kleinen Stuten schon sehr groß. Schon bei den Stuten kann das Becken zu eng sein. Man sollte nicht die Größe der Ahnen vergessen. Eine 3 oder 4cm größere Stute hätte keine Probleme mit der Geburtsgröße (57/58 cm ) des sardinischen Esels, welcher als Endgröße 85cm mindestens erreicht…
Meine 0,80m Miniatureselstute, EA Palarmo, wurde vor 3½ Jahren importiert. Sie war in Amerika von einem 84 cm Hengst gedeckt und bekam ihr Fohlen, RS Gizmo, in der Quarantäne – ohne Probleme.
Das 2.Fohlen von Patarmo in Deutschland war RS Perry,dessen Vater SA Yukon Jack ist. EA Palarmo mit RS Perry

Bei der Geburt war alles normal                

SA Yukon Jack >>>>>>>>>>>>>>>

 

 

Palarmo wurde für das nächste Mal von SA Black Luster gedeckt. Die Trächtigkeit verlief ohne

Auffälligkeiten .           SA  Black Luster

 Parlarmo war wie immer übervorsichtig mit ihrem Babybauch. Die Geburt begann termingerecht. Palarmo wurde separiert, um in Ruhe ihr Fohlen zu gebären. Nach einem längeren Zeitraum, in dem sich erst die Fruchtblase und nach aufgehen dieser, sich 2 Füßchen zeigten, ging die Geburt nicht weiter voran. Obwohl die Stute sich bemühte. Ich hatte ein ungutes Gefühl und ließ den TA kommen. Er untersuchte Palarmo und teilte mir mit, dass das Fohlen wohl zu groß sei, um alleine geboren zu werden. Wir versuchten es dennoch kurz, aber das Becken der Stute war definitiv zu eng. Für einen Kaiserschnitt in der Klinik war keine Zeit mehr, weil der Weg zu weit war. Auf unseren Wunsch hin machte der TA einen Kaiserschnitt bei uns im Stall. Ich hoffte, Stute und Fohlen oder Stute oder Fohlen retten zu können. SA Yukon Jack

Es klappte auch alles sehr gut, da unser TA sehr kompetent ist. Schnell konnte der Tierarzt das Fohlen auf die Welt holen, aber leider war es schon tot. Die Geburt hatte wohl doch zu lange gedauert. Dann wurde die Stute zu Ende versorgt, denn sie regte sich schon wieder, die Narkose ließ wohl allmählich nach. Bei Beendigung der Operation schlief sie aber wieder fest, was normal nicht immer der Fall ist, aber bei den Strapazen war es noch verständlich. 1/2 Std später war Palarmo gestorben!! ohne erkennbare Anzeichen von Schock, Blutung etc.
Ich habe das Fohlen gemessen und gewogen – 15 kg und 57 / 58cm groß !!! ausgewachsen hätte es die Größe von etwa 86cm gehabt !!!. Einer der Vorfahren, aber auch der Sardinische Vorfahre, könnte der Verantwortliche für diese Größe sein. Eine Stute, die nur 3 oder 4 cm größer gewesen wäre, hätte das Fohlen ohne Probleme gebären können.
So kann es jedem geschehen, der amerikanische Miniaturesel züchtet und Stuten von 80cm oder kleiner hat.

Zu dem sollte jeder, der amerik.Miniaturesel zur Zucht kauft, darauf achten, das in den letzten 3, besser noch 4 Generationen keine Inzucht vorhanden ist. Das kann man aus der schriftlich vorhandenen Abstammung gut erkennen. Denn bei der Inzucht werden nicht nur die guten Eigenschaften vererbt, auch die negativen wie z.B. Gebissanomalien, keinen Saugreflex ….etc.
Durch Inzucht entstandene Tiere sind sehr oft nicht lebensfähig, können sogar mit 4 statt 2 Vorderhufen geboren werden oder wie schon erwähnt, keinen Saugreflex haben. Das sind nur die Anomalien, von denen ich weiß, das sie aufgetreten sind. Auch wenn optisch keine Anomalie vorliegt,können die Esel ,wenn sie erwachsen sind,nicht fortpflanzungsfähig sein. Also auch Vorsicht mit der Inzucht.

 Am Anfang meiner Erzählung habe ich eine Frühgeburt erwähnt.Das ist bei den amerik.Miniatureseln auch keine Seltenheit. Durch Umwelteinflüsse wie Sturm oder duch Schreck sehr schnell möglich. Auch Silvesterknaller können Verursacher.sein.

Dazu meine Erfahrungen –
Marklye`s Dawn kaufte ich in UK ,da war sie tragend für Herbst. Ich kam mit der Züchterin überein,das sie ihr Fohlen noch dort bekommt,bevor sie auf die Reise nach Deutschland geht. Einige Zeit später bekam ich eine Email, das Dawn ein gesundes Hengstfohlen bekommen hatte ..Einen weiteren Tag die Nachricht – das Fohlen sei tot . Es war draußen geboren ,in der Nacht hatte es gefroren und der Kleine bekam eine Lungenentzündung und starb. – So locker sollte man es nicht handhaben und die hochtragende Stute in eine ruhige mit Stroh gefüllte Box stellen.
Dawn war wieder fit, kam zu mir und wurde 1 J später von Razzle gedeckt. Sie nahm spät auf und hatte am 10 Januar den Geburtstermin.Sie war in der Stutenherde,der separate Stall war bereit, alles super. Silvester wurde bei unseren Nachbarn ausgiebig gefeiert und es wurden Böller in den Hof,unseren Hof, geworfen – Der Schreck war bei allen sehr groß ,auch bei Dawn – 5 Tage später mußten wir das tote Fohlen bei ihr rausziehen.

Durch großen Schreck hat auch Black Saphir ihr erstes Fohlen im 10 Mon verloren. 
Starker Sturm war hier Schuld – ein schwerer  gefrorener Ast krachte  hinter ihrem Stall  in der Nacht runter – 5 Tage später hat sie ein totes Fohlen bekommen.Sie gebar es allein,bei Dawn mußten wir mit mehreren TÄ ziehen. Das kann immer wieder innere Verletzungen und Entzündungen hervorrufen. Oft nehmen Eselstuten,nach dem sie eine Schwergeburt,Fehl – bzw Frühgeburt hatten,ganz schwer wieder auf.

Und jetzt noch eine Erfahrung,die ich vor 2  Jahren und in diesem Jahr  (2020) erneut gemacht habe.Daraus geht hervor,das nicht jedes amerik.Miniatureselstute zur Zucht geeignet ist, auch wenn alle optischen Bedingungen stimmen,auch die Abstammung und Anpaarung in Ordnung ist.

Vor ungefähr 3 J war es endlich soweit,das ich meine Starligh   vom Hengst  decken lassen konnte.Mein ganzer Stolz,weil doch alle ihre Vorfahren hier auf meiner Eselfarm zu Hause waren und teils noch sind. Sie nahm gut auf ,die Trächtigkeit verlief erst gut, später wurde sie immer frecher und spielte sich wie einen Hengst auf.Kämpfte wie ein Hengst,trieb die Stuten,um sie zu bespringen.Zum Ende der Tragzeit wurde es nicht besser,sie nahm keine Rücksicht auf das in ihr wachsende Fohlen.  Pünktlich zum Termin bekam sie Wehen .Aber nach einer guten halben Stunde war sie immer noch nicht weiter und ich wurde unruhig.Ich rief den TA, der dann feststellte,dass das Fohlen nicht richtig lag,also nicht in der Geburtsendlage.Das Fohlen lag mit den Schultern vorne,die Vorderbeine und Kopf waren nach hinten/unten gelegt.3 TÄ haben dann das Fohlen im Mutterleib gedreht,was bei einem Miniaturesel und dann noch bei einer 1.fohlenden kleine Hände und sehr viel Kraft  bedeutete.Nach ein paar Stunden,in der ich Starlight gehalten habe,war das Fohlen endlich draußen – aber tot. Das war 2018
Ich gab der Stute 1 J Pause,um sie dann erneut decken zu lassen. Sie nahm auch wieder gut auf,benahm sich aber wie vorher in der 1.Trächtigkeit – Rücksichtslos ihrem ungeborenen Fohlen gegenüber ,kämpfe wie ein Hengst,jagen wie ein Hengst.Diesmal schaffte sie es,eine Jährlingsstute zu treiben,bis diese lahmte. Noch war ich guter Dinge und hatte sie die letzten Wochen mit Saphir von der Herde getrennt .                                         konstant unter Kamerabeobachtung. Ihr Hengstverhalten,das Bespringen blieb.Sie wurde aber so zur Ruhe gezwungen. Pünktlich am Termin, mitten in der Nacht Ende Juni, begann die Geburt .Über die Kamera habe ich sie beobachtet ,zwischendurch bin ich hin gegangen und stellte fest – eine Minifruchtblase und nichts weiteres bewegte sich. TA gerufen,der dann auch schnell kam.Aber er konnte keine Fohlenhufe ertasten.Die Fruchtblase war inzwischen aufgegangen..Die Chance auf ein lebendes Fohlen sank. Der TA machte sich an die Arbeit und mußte feststellen,dass das Fohlen genauso lag wie vor 2 Jahren. Nach 2,5 Std hatte er es draußen. Das Herz schlug,aber es hat nicht geatmet. Es war nicht zu retten. Ich ließ das Fohlen dann noch bei der Stute,damit sie erkannte,das es tot war. Sie hat es keines Blickes gewürdigt.
Woher ,wieso es so lag ,kann  keiner genau sagen .Der TA riet mir ab,mit ihr weiter zu züchten.Auf jeden Fall wollte ich dieses “Erlebniss” auch nicht ein 3.Mal und ich habe mich dann kurzfristig entschlossen,sie zu verkaufen an jemanden,der wandern wollte..

Soweit zu den Träumen,dem Stolz ,die ganze Liebe,die man in die Zuchttiere investiert.

Abschließend möchte ich sagen, das amerikanische Miniaturesel wirklich etwas Besonderes sind und auch so gehandhabt werden sollten. Sie sind sehr Mensch – bezogen, sehr sensibel, außerdem empfindlicher wie ihre größeren Artgenossen. Dies alles sollte man mit bedenken, wenn eine medizinische Behandlung notwendig ist. Durch ihre hohe Sensibilität reagieren Miniaturesel stärker auf chemische Behandlungen sowie auf Anästhetika.

Anschließend noch ein paar Probleme,wenn das Fohlen da ist.
Meist ist es bei 1. Fohlende,die ein sehr gutes Euter aufbauen.Sie bekommen ein gesundes Fohlen und haben oft starke Ödeme nach der Geburt- die Scham und auch das Euter sind dann stark geschwollen,so das sie starke  Schmerzen haben, wenn das Fohlen trinken will. Da sollte man dann beherzt eingreifen,die erste Milch alle paar (2) Std abmelken und dem Fohlen ins Maul  mit einer Einwegspritze spritzen.Dabei immer schön das Euter massieren.Oft kann es bis zu 3 Tage dauern.Auch kann der TA etwas zur Abschwellung geben.Bitte nicht zu schnell aufgeben.Bei mir hat es auch 2 Tage gedauert,in dem das Fohlen es immer wieder versucht hat.Nach 2 Tagen die ersten Erfolge ,nach 3 Tagen konnte sie an beiden Seiten trinken.
Und so sieht es aus,wenn starke Ödeme vorhanden sind       
Auf dieser Seite noch einuge Tipps.