Sexualzyklus und – verhalten der Esel

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Es ist bei vielen schon bekannt,das Esel keine Pferde mit langen Ohren sind. –               Ein wesentlicher Unterschied findet  man auch im „Liebesleben“ und den damit verbundenen Sexualzyklus.
Eselfohlen  wissen von Geburt an ,was sie sind – Hengst – oder Stutfohlen. Hengstfohlen beginnen oftmals schon mit  6 – 7 Monaten die Stuten ernsthaft zu treiben und zu bespringen. Sie versuchen oft auch  die Mutter zu bedrängen , die ein Bespringen aber normal durch ihren eigenen Sohn  nicht duldet.Wenn aber keine  anderen Esel ,Stuten oder Wallach ,da sind , ist die Mutter die einzige ,die die Sexualspiele des Hengstfohlens mitmachen muß. So kann es dann doch auch schnell dazuführen,das die Mutterstute tragend wird durch ihren eigenen Sohn  . Läuft eine andere Stute  mit  der Mutterstute und dem Hengstfohlen zusammen, wird der kleine Hengst sich dieser widmen.
Eselstutfohlen sind meist etwas zurückhaltender .Das liegt wohl daran,das die Mütter sehr stark aufpassen,wenn der Hengst (Vater) ihrem Fohlen zu nahe kommt.Sie wissen,wie grob Hengste sind und das sie sogar töten können. Wenn sie aber auch so ca 7/8 Monate  alt sind , können  auch sie schon mal rossen. Wenn der Hengst (Vater) dann noch dabei läuft,wird er von dem Stutfohlen animiert bis er sie deckt.Dies kann bei einem 1jährigen Stütchen schon erfolgreich sein.
Ein wirkliches züchten mit einem 1Jährigem Hengst oder einer 1Jährigen Stute sollte noch nicht  praktiziert werden.In dem Alter sind die Jährlinge am Beginn ihrer Pubertät   Der Zeitpunkt der Geschlechtsreife kann durch die Ernährung beeinflusst werden. Die körperliche Verfassung hat eine positive Korrelation  auf die Aktivität der Eierstöcke .Aber auch die Aufzuchtbedingungen beeinflussen den Einritt der Geschlechtsreife und Zuchtreife.. Die inneren Organe wie auch vom äußeren Körperbau sind  Esel erst ab dem Alter von    3 – 4 Jahren  zuchtreif.

  Zyklusruhe
Der Zyklus der Esel unterscheidet sich in einigen Punkten von dem der Pferde.
Pferde haben im Winter eine Zyklusruhe ,meist von September bis April . In dieser Zeit können sie nicht gedeckt bzw tragend werden.Auch die Pferdehengste können in dem Zeitraum nicht erfolgreich decken.
Eselstuten  machen auch in der dunklen Jahreszeit eine Pause durch saisonale Einflüße. .Oft liegt diese in der Zeit von Oktober bis Januar. Manche kürzer ,manche länger,manchmal wird nur für 1-2 Tage gerosst oder eben gar nicht. Bei wild lebenden Eselstuten wurde die Rosse das ganze Jahr  beobachtet.Die Fohlen wurden aber meist erst im Frühling,wenn ausreichend Nahrung zur Verfügung stand,geboren.
In den letzten Monaten des Jahres ist eine niedrigere Energieaufnahme (meist nur wenig oberhalb des Erhaltungsbedarf) mit der Zyklusruhe verbunden. Diesem folgt dann mit einem Anstieg der Energieaufnahme die Stimulation der Ovartätigkeit. (Ovar = weibl Keimdrüsen) Entsprechend kann auch ein Energiedefizit die Dauer der Zyklusruhe verlängern .Das würde heißen, wenn Eselstuten im Winter Energiedefizide haben , haben sie keinen Zyklus , es kommt zu keiner Ovartätigkeit. Eselstuten sind  nicht  Tageslichtabhängig  wie Pferde. Das wird in der Dissertation von Frau Dr A.Bernhardt wie folgt beschrieben –
Zitatanfang
Über ähnliche Beobachtungen berichtete APARICIO (1961). Er bemerkte, dass Unregelmäßigkeiten und geringgradig ausgeprägte Rosseerscheinungen in den europäischen Wintermonaten durch vermehrte Fütterung und leichtere Arbeit behoben werden konnten. Offensichtlich spielen bei der jahreszeitlichen Abhängigkeit der sexuellen Aktivität von Eselstuten auch individuelle Unterschiede bzw. weitere Einflussfaktoren (s.o.) eine erhebliche Rolle. – Zitatende
Wenn zB. Eselstuten im Winter Kraftfutter zusätzlich bekommen oder es ein milder Winter ist ,sie aber die gleiche Menge an Futter wie im sehr kalten Winter bekommen, werden Eselstuten  auch im Winter rossig und können auch tragend werden.

Fortpflanzungszyklus

Rosse (Östrus) und Zwischenrosse(Diöstrus)

Die mittlere Rossedauer beträgt 7 Tage. Im Unterschied zur Rossedauer ist die Gesamtdauer des Zyklus recht konstant. Das bedeutet, einer kurzen Rosse folgt eine längere Zwischenrosse und umgekehrt. Die mittlere Dauer der Zwischenrosse beträgt 14-16 Tagen .Eine Regelmäßigkeit der Rosse und Zwischenrosse kann man in den Monaten März bis Oktober erwarten.Es kann auch jedes Jahr zur Trächtigkeit kommen.Bei wild lebenden Eseln wurde eine Zwischenfohlzeit von 2 J beobachtet (Dr.Erdelhoff)
Hier eine Tabelle über Literaturangaben zum Sexualzyklus der Eselstute   von Frau Dr.Angelika Bernhardt

Dr Erdelhhoff  hat die Progesteronbestimmung in der Eselmilch  1997 in seiner Dissertation behandelt,Frau DR.A. Bernhardt  hat die   Bestimmung  der Sexualsteroide im Blutplasma bei Eselstuten und – hengsten 2012 untersucht. Ich hatte das Vergnügen ,beide kennen zu lernen und meine Eselstuten das Vergnügen ,mit zu wirken.

Hier noch eine PDF,in der Beobachtungen der Sexualsteroide bei tragenden Stuten geschrieben stehen.

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