Weidegras – Fruktan und weitere Inhaltsstoffe

Hier ein paar Worte zur Weide,Managment der Weide,Gras,Graslängen und seine Inhaltsstoffe .Ab wann ist mit einem hohen Wert an Fruktan zu rechnen,wann ist der sicherste Zeitraum für die Esel,ohne gesundheitliche Beeinträchtigung und wann hat das Gras die vorher genannten Bedingungen.

Viele Esel – und Pferdebesitzer lassen ihre Tiere schon im April oder Mai auf die Weide. Auch ich habe es vor etlichen Jahren so gemacht und mußte ewig anweiden,was bei mehreren Gruppen ziemlich aufwendig war. Ich bemerkte auch,wenn ich zu schnell alles den Tieren anbot,reagierten sie mit Durchfall. Sogar die Kühe hatten „Durchmarsch“. Die Leber der Tiere vertrug einfach nicht die vielen Proteine,den hohen Fruktangehalt usw. Ich habe dann nachgedacht – was fressen die Esel ,wenn sie in freier „Wildbahn“ bzw Afrika sind. So kam ich zu dem Entschluß,mein Gras wachsen zu lassen bis es Heulänge hat.Mancher Nachbar hat gefragt,warum die Esel noch nicht auf der Weide sind. Viele haben es nicht verstanden,ich habe dann nur gesagt- ich will haushalten mit dem Gras.:-) Dann so ca Mitte bis Ende der Grasblüte durften auch meine Esel raus .Andere waren in der Heuernte,meine Esel „ernteten“ selber ihr Futter .Ich fing mit einer halben Stunde an und merkte aber,das die Esel absolut keine Probleme hatten.Nach logischem Ermessen durfte es auch nichts ausmachen,denn sie fraßen es ja auch als Heu.So ging ich gleich zu einer Stunde Weide über und steigerte innerhalb von 1 Woche auf 3 Stunden. Nach ca 3 Stunden waren die meisten gesättigt und fingen an zu toben.Das konnten sie aber auch im Auslauf,da wurde kein Gras nieder getreten.Bei 3 – 4 Stunden habe ich es dann bis zum Herbst  belassen.Je nach Wetterlage,Weidenbewuchs durften sie dann im Herbst noch länger raus.Meist ist bei mir ab November Ende der Weidesaison.Dann sind nur noch meine Kühe auf der Weide und „mähen“ nach. 🙂

Weitere Angaben zum Heu bzw Weide – ab wann ist der beste Zeitpunkt , Esel auf die Weide zu lassen und welches Heu,Schnittzeitpunkt, ist das beste für Esel

  • Früher Schnitt: Höherer Rohproteingehalt (z.B. 18%) und geringer Rohfasergehalt (etwa 22%) und weniger Struktur.
  • Mit Beginn der Blüte: Der Rohproteingehalt sinkt auf ca. 12%, während der Rohfasergehalt auf ca. 25-27% ansteigt.
  • In der Blüte der Gräser: Der Rohproteingehalt sinkt auf unter 10% und der Rohfasergehalt steigt auf ca. 28%.
  • Nach der Blüte (überständiges Gras): Der Rohfasergehalt liegt bei 30% Rohfaser, der Rohproteingehalt sinkt auf etwa 8% Rohprotein.
  • Zweiter Schnitt: Er ist in der Regel strukturärmer und reich an Rohprotein, daher weniger für Pferde geeignet (Späterer Schnittzeitpunkt notwendig!).
  • Schnitthöhe: Bei einer zu geringen Schnitthöhe gelangen Erde oder Tierkadaver (z.B. von Mäusen) in das Heu. Erde macht das Heu staubig und fördert die Bildung von Schimmel.

Über die Qualität und die Inhaltsstoffe des Heus bestimmt damit im Wesentlichen seine Schnittzeit und die Schnitthöhe.
Weiteres dazu hier

 

Eine interessante Seite zum Weidemanagement habe ich auch gefunden.Sie enthält die  folgende Tabelle und sehr viel Wissenswertes über Gräser.Sie ist  auch sehr interessant für Eselbesitzer ,die Hufrehetiere haben oder durch richtiges Weidemanagement eine Hufrehe vermeiden wollen. .

Die 2.Seite ,die ich fand ,geht auch speziell auf Fruktan,Hufrehe etc ein .Sie zeigt ua.die folgende Tabelle –>>

Auf der folgenden Tabelle kann man sehen,wann der beste Zeitpunkt für den Weidegang der Esel ist     .

Nicht allein Fruktan ist verantwortlich für die Hufrehe –

Insulin als Auslöser von fütterungsbedingter Hufrehe passt weitaus besser als alle bisherigen, eigentlich veralteten Theorien zur Wirklichkeit.

Denn beim Insulinstoffwechsel spielen Zucker und Stärke eine entscheidende Rolle.

Fruktane gehören auch dazu, sind aber nicht allein verantwortlich. Und das erwähnte Darmgeschehen ist vermutlich oft, aber durchaus nicht immer eine Begleiterscheinung, aber wahrscheinlich kein Glied in der Ursache-Wirkungs-Kette.

Ob Zucker aus Rüben, wie er in melassierten Industriefuttermitteln häufig zugesetzt wird, Fruchtzucker aus Äpfeln, Möhren oder Gras, Stärke aus Getreide oder Brot, all das regt durch einen hohen Glucoseblutwert die Insulinproduktion der Langerhans-Inseln in der Bauchspeicheldrüse an.

Insulin ist ein lebenswichtiges Hormon, es hilft, Blutzucker entweder in Muskelzellen oder in Fettgewebe einzulagern. Deshalb produziert der Organismus von Equiden im Herbst besonders viel davon, damit die Tiere sich leichter eine Speckschicht für den Winter zulegen können. (Bei „rästelhaften“ Reheschüben im Spätherbst und Winter ist dieser Effekt wohl der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt!)

Wird nun dauernd zuviel Zucker und Stärke durch die Nahrungsaufnahme als Glukose ins Blut des Pferdes befördert, können weder Muskeln noch Fettgewebe genug davon aufnehmen. Der das Insulin produzierenden Bauchspeicheldrüse fehlt quasi die Antwort „Stopp, es reicht“ durch ein Sinken des Zuckerspiegels im Blut. Sie produziert immer weiter, mit dem Ergebnis einer Hufrehe.

Diese Seite schreibt weiteres dazu und spricht auch den stundenweisen Weidegang auf fetten Weiden von Esel an-

Isländer, Haflinger, Esel, Mulis, Koniks und ähnlich leichtfutterige Tiere kann man auf fetten Weiden in Flussniederungen oder fruchtbaren Tälern und Ebenen nur artgerecht halten, wenn man sie entweder täglich 8 Stunden hart arbeiten lässt, oder die Weidezeit stark begrenzt UND außerhalb der Weide möglichst spät geworbenes Heu von mageren Böden aus im Zweifel weiter entfernten Höhenlagen füttert.