Stroh,ein“must have“für Esel

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Gutes Stroh ist immer schlechtem Heu vorzuziehen.

Gersterstroh

Wer im Winter genug Futterstroh hat, kann sich freuen.. Stroh liefert eiweiß-arme Energie, die satt macht und nicht dick. Gerade im Winter ist der Energiebedarf höher und steigt durch die sinkenden Temperaturen an. Drei Kilogramm Stroh liefern so viel Megajoule wie fast eineinhalb Kilogramm Hafer. Obschon die Verdaulichkeit gering ist und nicht alles verwertet bzw. resorbiert wird , verfügt Stroh über einen bedeutenden Gehalt an Mineralstoffen. Gersterstroh wird oft auf Grund der Schmackhaftigkeit bevorzugt.

Für einen erwachsenen Esel werden für den Erhaltungszustand bis zum mittleren Belastungszustand zur täglichen Aufnahme 0,5 g pro 1 kg Körpergewicht an Eiweißversorgung empfohlen. Kurzfristige Ausnahmen bzw erhöhter Bedarf ist zB beim Fellwechsel oder auch im Winter notwendig. Wenn man dann umrechnet, gewinnt Stroh zunehmend an Bedeutung. Haferstroh zB besitzt 1% verdauliche Rohprotein ( 10g pro kg Trockenmasse) und ist somit extrem Eiweiß-arm. Es ist in etwa die Hälfte vom Heu. Zu dem besitzt Stroh noch Spurenelemente und viel Rohfaser.

Die Inhaltsstoffe vom Stroh .-  Gerste/Weizenmischung

Analytische Bestandteile:

 

Rohprotein    2,70 %              Mangan    2,80 mg/kg
Rohöle und -fette    0,90 %    Kupfer    1,00 mg/kg
Rohfaser    42,90 %                Selen    0,02 mg/kg
Rohasche    5,80 %                  Stärke    < 0,2 %
Calcium    0,24 %                     Zucker    < 0,25 %
Phosphor    0,07 %                  Fruktan    <0,25 %
Magnesium    0,07%        verd. Energie (nach GfE 2003)            5,20 DE MJ /kg
Zink    33,00 mg/kg         umsetzb. Energie (nach GfE 2014)    4,10 ME MJ/ kg

Wer seinen Esel auch im Winter fit halten möchte, der sollte auf eine gute Qualität von Heu und Stroh zu achten. Heu sollte in Hinsicht auf die Vitaminversorgung eine grüne Farbe besitzen und vom Erntejahr sein. Die Energieversorgung des Esels sollte an dem ,was er macht, (Kutsche ziehen,Training,Zucht) und der Außentemperaturen angepasst werden. Auf eine Versorgung mit hochwertigen Mineralstoffen, eventuell Vitaminen und Kräutern zum Ausgleich einseitiger Heurationen muss man achten Durch Kälte sind auch Energieverluste zu erwarten.Wenn ältere oder kranke Esel im Winter abmagern, muss dringend zugefüttert werden. Dazu eignet sich gequetsche Gerste oder auch hoch aufgeschlossenen Maisflocke.Die schwer verdauliche Stärke des Mais kann allerdings bei größeren Mengen die Darmflora schädigen. Gibt man Hafer, um den steigenden Energiebedarf zu decken, kann es problematisch werden. Obschon Hafer sehr rohfaserreich ist, ist der Energiegehalt in Relation zu seinem Eiweißgehalt nicht so hoch wie der von Gerste.Manche Esel reagieren stark auf erhöhte Hafermengen. So bleiben dann von den klassischen Getreidesorten nur Dinkel und Gerste, die jedoch auch aufgeschlossen verfüttert werden sollten. Gerste ist das Korn des Südens. Veredeln kann man das Ganze  mit Mineralfutter und eventuell einer Kräutermischung .  Eine interessante und für den Dickdarm gut verträglich Energiequelle stellen ansonsten auch Heutrockenprodukte wie Wiesencobs oder Luzernemischungen dar.
Wenn ausgewachsenen Eseln  im Winter Heu satt gegeben wird,sie kaum bis gar nicht extra bewegt werden , können sie verfetten. Besser ist es, ihnen nur 1 kg pro 100 kg Lebendmasse zu geben.Um kein Defizit der Raufuttermenge zu haben, gibt man gutes Futterstroh zur freien Verfügung. Nur Esel, die arbeiten müssen wie Kutsche fahren, reiten, ausgiebige Wanderungen machen oder in der Zucht eingesetzt werden , sollten immer Heu zur Verfügung haben  . Ein ausgewachsener Esel ,der keinerlei Arbeit verrichtet , benötigt außer Mineralfutter zum Heu/Stroh kein weiteres Futter.Ein Esel,wie auch das Pferd ,ist täglich 10 bis 16 Stunden mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt .Raufutter sollte immer zur Verfügung stehen,es ist  wichtig für die Erhaltung seines Verdauungssystems. Denn das Hungergefühl eines Esels/ Pferdes  wird nicht über die Füllung des Magens gesteuert (Mensch), sondern über die Befriedigung des Kaubedürfnisses.

Meine Erfahrung –    

Meine Esel bekommen konstant das ganze Jahr eine gewisse Menge Gersterstroh,das sie dann auch bis auf einige harte Stengel auffressen.Im Frühling bemerkte ich einen höheren Bedarf an Stroh,sah aber auch,das einige Esel den Leckstein des öfteren frequentierten. Sie hatten noch keinen Weide – bzw Graszugang. Mein Fazit –   das Stroh wird gefressen,um das Defizit an Mineralstoffen auszugleichen .Im Frühling muß sich der eselige Stoffwechsel umstellen,denn auch dann setzt der Fellwechsel ein und Heu hat nach fast einem Jahr Lagerung kaum noch die notwendigen Stoffe..Ich gab dann  doppelte Menge an Mineralfutter und das normale Level bei der Strohmenge kehrte zurück.Außerdem setzte bei einigen der Fellwechsel sofort ein. Man sollte immer die Esel gut beobachten und auf sie „hören“,sie zeigen uns ,was ihnen fehlt.