Mineralstoff- und Vitaminversorgung

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Bei der Versorgung der Esel mit Mineralstoffen sollte man ab und an schon auf seinen Esel „hören“.

Wie ist das zu verstehen? Ganz einfach – ein Esel,ein erwachsener Esel frisst zB Kot.Das würde mir sagen, dass ihm ein Mineral fehlt. Kot ist nicht nur verdaute Nahrung ,ein Abfallprodukt .Der Kot enthält auch überschüssige Mineralien , in erster Linie die Mengenmineralien.Wenn zB. ein zu viel an Ca im Körper vorhanden ist,wird über die Milch (bei laktierenden Stuten) oder über den Kot Ca ausgeschieden.Ist zu wenig vorhanden,wird es dem Skelettaufbau bzw -erhaltung entzogen.Dann sind Knochenbrüchigkeit,Wachstums- und Stoffwechselstörungen zu erwarten. Jeder tierische Organismus versucht im Rahmen seiner Möglichkeit (Futter,Leckstein, Knabberäste, Baumwurzeln, Erde,(Kot) ) den Mineralstoffpegel im Blut gleichbleibend aufrecht zu erhalten. Das nennt man dann Homöostase .

Tiere haben ihre Instinkte.Wenn sie die Möglichkeit haben ,nehmen sie sich , was ihr Körper benötigt.und es wäre keine Mineralfuttergabe nötig. Man weiß bei der Fütterung von Mineralien nicht die Menge ,welches der Esel benötigt Dann kann es schon mal zu viel sein und zu viel Mineralien können auch schädigen. Deshalb sollte man den Eseln immer die Möglichkeit der eigenen Wahl lassen und damit dem Esel vertrauen,seinem Instinkt vertrauen.Hat er die Wahl,wird er genau das Mineral in der Menge zu sich nehmen,die sein Körper benötigt.

Beispiele dazu habe ich selber erlebt und bin des öfteren überrascht –

Ich biete ab und an verschiedene Mineralfutter aus der Hand an.Die meisten Esel nehmen es,aber eine Stute absolut nicht – entweder sie riecht nur dran und wendet sich ab oder sie beißt es 1x durch und spuckt es wieder aus.Eine andere Stute sortiert die Pellets aus dem Grundfutter raus und meine älteste Stute schafft ess sogar,das Hagebuttenpulver aus einem Napf mit Pellets und gequetschte Gerste auszusortieren.Ich bin sehr oft sprachlos.Davor hat sie es genommen.Also benötigt sie es nicht mehr.

dazu auf dieser Seite

Beim Menschen gibt es z.B. einen „Zinkmangel-Geschmackstest“: solange der Mensch eine Zinksulfatlösung „quasi gar nicht “ bzw. nicht als unangenehm schmeckt, solange besteht ein (erheblicher) Zinkmangel.
Es ist interessant wie fein unsere Pferde ähnliches Verhalten zeigen, wenn man sie das Futter selber aussuchen lässt.
Besteht ein Mangel, dann „gieren“ die Pferde nach diesem Futterzusatz. So etwas kann natürlich nur dann beurteilt werden, wenn dem Pferd die Wahl gelassen wird. Gibt es nur einmal am Tag Hafer und über diesen ist der Futterzusatz gestreut, dann bleibt dem Pferd nicht viel anderes üblich als zu fressen, ob es schmeckt oder nicht.

Hier einige wilde Sträucher und Pflanzen mit ihren Inhaltsstoffen.Auch zwei Seiten,in dem einen vom Futterwert des Laubes ,im zweiten den Mineralstoffgehalt von Laub.

Hier noch kleine Tabellen,welche ursprünglich für Pferde geschrieben wurden –

und in der PDF gibt es weitere Infos und Tabellen über Spurenelemente und Mineralstoffe.smapferd

Aus der nächsten PDF   Serum_concentrations_of_calcium_phosphorus_magnesi geht hervor ,dass das Magnesium für Esel ein vielfaches an Funktion hat.

Und hier eine PDF wie Magnesium im Körper beim Menschen arbeitet,das es nicht ohne Kalium fünktionieren kann.Kann man zum größten Teil auf Tiere übertragen .KaliumMagnesium

Pflanzliche Mineralstoffquellen

Kalzium: Luzerne, , Himbeerblätter, Beinwell, Brennessel, Petersilie, Brunnenkresse, Schachtelhalm, Huflattich, Wegerich, Kamille, Hirtentäschel,  Löwenzahn, , Gemüse, Vollkornprodukte, Haferflocken, Nüsse
Phosphor: Kümmelsamen, Petersilie, Brunnenkresse, Brennessel, Vogelmiere , Luzerne, Süßholz, Ringelblumenblüten, Himbeerblätter, , Löwenzahn, Beinwell , Obst, Getreide
Kalium: Kamille, Beinwell, Huflattich, Brunnenkresse, Brennessel, Löwenzahn, Luzerne, Schafgarbe,  Minze, Wegerich, Petersilie,  Bananen, Sellerie, Spargel
Magnesium: Brunnenkresse, Luzerne, Petersilie,  Möhrengrün, Löwenzahnblätter , Bananen, dunkelgrüne Blattgemüse, Brokkoli,  Soja, Tomaten,
Eisen: Brennessel, Löwenzahn, Luzerne, Ampfer, Vogelmiere, Klette,  Sauerampfer, Petersilie,  Brunnenkresse, Fenchel ,Hirse, Vollkorngetreide, Schwarzwurzeln, (Eisen wird durch VitaminC-reiche Kost besser aufgenommen)
Silizium: Spinat, Schachtelhalm, Löwenzahn, Brennessel,  Erdbeeren
Mangan: Luzerne, Petersilie, Spinat, Brunnenkresse
Fluor: Brunnenkresse, Spinat, Knoblauch
Kupfer: Brunnenkresse, Luzerne, Petersilie,  Brennessel, Spinat,  Vogelmiere
Schwefel: Brennessel, Wegerich, Petersilie, Huflattich, Knoblauch, Brunnenkresse, , Augentrost, Hirtentäschelkraut,  Salbei
Jod: Brunnenkresse, Petersilie, Sarsaparilla, , Irisches Moos
Zink: Brunnenkresse . Mais, Rüben, Sojabohnen, Spargel, Spinat,
Selen: Getreide, Knoblauch, alle Knollen, Nüsse,  Spargel,

Eine sehr interessante  Seite über das Calcium/Phosphorverhältnis. Wie es arbeitet,wo für es nötig /wichtig ist.

Auch eine ausreichende Vitaminversorgung ist wichtig für den Esel.
Ist der Esel unterversorgt ,kann sein Immunsystem schnell Schaden erleiden und er wird krank. Sehr oft bekommen  Esel, vorrangig in den Sonnen-armen Wintermonaten, eine Pilzerkrankung. Da Esel im Winter auf Grund der Nässe ,so wie zum Heu fressen sich verstärkt im Stall  aufhalten, ist eine ausreichende Vitaminversorgung sehr wichtig. Man geht davon aus, dass das Heu die ausreichende Menge an Vitaminen hat, aber man darf nicht vergessen, das Vitamine nur begrenzt haltbar sind .So ca nach einem halben Jahr nach der Ernte des Heus, sind nur noch wenig bis gar keine Vitamine mehr vorhanden.Da tut man gut daran,dem Esel andere Vitaminquellen anzubieten. Die Vitaminquellen sollten nicht aus der Hand gegeben werden,sondern so,dass der Esel es freiwillig und seinem Instinkt folgend,zu sich nehmen kann – auf dem Boden verteilt. Esel vertrauen dem Menschen,aber als Mensch weiß man nicht genau,was sein Instinkt ihm „sagt“.Besser ist es immer,am Boden zu geben.So kann er sehen und riechen,was es ist..Auch Äste ,Zweige von Bäumen und Sträuchern bieten unter und mit der Rinde dem Esel noch Mineralien und Vitamine..Da durch wird dem Esel gleichzeitig „Knabberspass “ und Beschäftigung geboten. Der gesunde Effekt darf dabei auch nicht außer acht gelassen werden.

Hier einige pflanzliche Vitaminquellen:

Vitamin A (Beta-Carotin)
: Luzerne, Brunnenkresse, Petersilie, Brennessel,  Himbeerblätter, Weinblätter, Löwenzahn, Beinwell, Wegwarte, Holunderbeeren, Weißer Gänsefuß, Ampfer  , Aprikosen, Mangos, Melonen, Papayas, Pfirsiche, Brokkoli, Feldsalat,  , Karotten, Kopfsalat, Kürbis, Mandeln, Mangold, Pistazien, Spargel, Spinat, Tomaten, Walnüsse
Vitamin B1 (Thiamin): Löwenzahn, Luzerne,   Bockshornklee, Weinblätter, Petersilie, Himbeerblätter,  Katzenminze, Brunnenkresse  Haferflocken, Nüsse, Weizenkeime, Buchweizen,  Bananen,  Soja  Spinat
Vitamin B2 (Riboflavin): Hagebutten, Petersilie, Safran, Löwenzahn,  Bockshornklee  ,  Vollkornprodukte, Brokkoli, Spargel, Spinat, Obst
Vitamin B6 (Pyridoxin): körpereigener Aufbau im gesunden Darm, enthalten in allen Getreidekörnern, Erdnüsse, Haselnüsse, Buchweizen, Avocados, Bananen, Blumenkohl, Brokkoli, grüne Erbsen,  Mais,  Soja, Spinat
Vitamin B12: Luzerne, Beinwell, ,   Katzenminze
Vitamin-B-Komplex (allgemein): Beinwell,   Petersilie
Cholin: Buchweizen,   Bananen,  Soja , Spinat
Niacin: Klettenwurzel und –samen, Löwenzahn, Luzerne, Petersilie, Melone,   Erdnüsse
Vitamin C: Holunderbeeren, Hagebutten, Brunnenkresse, Kiefernadeln, Petersilie,
Paprika, Löwenzahnblätter, Wegwarte,  Huflattich, Beinwell, Wegerich, Brennessel,    Wermut, Luzerne , Ananas, Äpfel, Beeren, Birnen, Grapefruits, Holunder, Kiwis, Mangos, Orangen, Papayas, Sanddorn, schwarze Johannisbeeren, Stachelbeeren, Weintrauben, Zitronen, Brokkoli, grüne Blattgemüse (Spinat, Mangold), Kartoffeln,  Paprika, Rüben, Spinat, Tomaten,
Vitamin D:-  Luzerne, Brennessel,
Eine besondere Rolle hat die Bereitstellung im Körper durch Sonnenlicht , was im Winter nicht immer gegeben ist
Vitamin E: Brunnenkresse, Luzerne, Hagebutte, Himbeerblätter, Löwenzahn, Avocados,  Mais, Sonnenblumenkerne/öl, Nüsse/öl (alle Pflanzenöle), Leinsamen,  Soja, Fenchel, Paprika, Schwarzwurzel
Vitamin K: Luzerne, Brennessel,  Hagebutten ,grünes Blattgemüse, Tomaten,
Folsäure: grünes Gemüse, Salat, Spargel, Vollkornprodukte, Obst, Nüsse
Biotin: Blumenkohl,  Haferflocken,  Soja
Pantothensäure: Vollkornprodukte, Milch, Nüsse .

2 Gedanken zu „Mineralstoff- und Vitaminversorgung

  1. Pingback: Januar 2016 | Esel am bloggen

  2. Pingback: Januar/Februar 2019 | Esel am bloggen

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