Hafer und Gerste

Hafer:
das traditionelle Korn für die Pferde in Europa ist energiereich und relativ Eiweiß-arm (im Eiweiß/Energieverhältnis wesentlich Eiweiß- ärmer als handelsübliche sogenannte Kraftfutter). Bemerkenswert ist der hohe Anteil an wertvollen Fettsäuren, der den Hafer vor den anderen Getreiden  auszeichnet. Die Energie des Hafers ist hoch verdaulich und tritt relativ schnell in den Stoffwechsel ein (frühe Verdauung im Verdauungstrakt).
Diese Eigenarten machen den Hafer zum bevorzugten Korn im Rennsport.
Hafer wird von einigen Pferden und insbesondere von Robustponys und reinrassigen Arabern unsauber verstoffwechselt und erzeugt damit unerwünschte nervliche Überreiztheit. Bei Pferden, die mit dieser nervlichen Überreiztheit auf Hafer reagieren, sollte auf Hafer in der Fütterung verzichtet werden.
Die Eignung des Hafers schwankt sehr stark mit der verwendeten Qualität.
Selbstverständlich sollte Hafer frei von Krankheiten sein. Krankheiten des Hafers erkennt man an gräulichen Verfärbungen (nicht zu verwechseln mit der Farbgebung des Schwarzhafers) und muffigem, dumpfem Geruch.Das Haferkorn muss voll und gut geschlossen sein. Lose abstehende, große Spelzen deuten auf mangelnde Qualität hin..
Die Qualität im Bezug auf den Energiegehalt des Hafers lässt sich über das Liter- bzw. Hektolitergewicht feststellen. Selbstverständlich sind Verunreinigungen im Hafer wie Erde, aber auch Beimengungen von undefinierbaren Pellets oder Raps nicht akzeptabel.
Das Aminosäuremuster des Hafers ist unausgeglichen und bei einer reinen Haferfütterung (zu Heu) muss das Aminosäuremuster ergänzt werden, da es sonst zu Mangelerscheinungen kommt.
Hafer wird ganz oder gequetscht verfüttert, die Verdaulichkeit des Hafers nimmt durch Quetschung um ca. 10% zu.

Gerste:
Gerste ist das traditionelle Korn des Orients. Gerste ist energiereich und Eiweiß -arm.
Sie weist ein noch günstigeres Eiweiß/Energieverhältnis auf als Hafer.
Die Energie der Gerste fließt langsamer in den Stoffwechsel  ein als beim Hafer  Daher macht Gerste weniger „kernig“ als Hafer , gibt aber eben soviel Energie.
Gerste ist das Allroundgetreide .Es ist sehr gut für Esel geeignet und eine hervorragende Kraftfuttergrundlage im Winter . Für Tiere,die einen höheren Anteil an „schnelle Energie“ benötigen,ist es nicht geeignet, da diese nicht durch Gerste geliefert wird.
Gerste wird gequetscht verfüttert.
Eine Schrotung ist nicht ratsam, da Gerstenschrot trocken verfüttert zu Magensteinen führen kann.
Der beste Weg ist also die Verfütterung von gequetschter Gerste, da auch die Verdaulichkeit gegenüber dem ganzen Korn um bis zu 15% zunimmt.
Gerste hat im gequetschten Zustand eine längere Lagerfähigkeit, da sie nicht wie der Hafer zu enzymatischer Oxidation neigt.
Gerste muss selbstverständlich frei von Krankheiten (graue Beläge und muffiger, dumpfer Geruch) und sauber sein (doppelt gereinigt). Das Korn muss voll und bauchig sein.  .
Eine Unterscheidung in Sommer- oder Wintergerste, sowie die Bezeichnung „Brauereigerste“ spielen keine Rolle sofern die Qualität gut ist.
Gerste ist für Esel  hochverdaulich. 0,9 kg Gerste füttern wie 1 kg Hafer. Bei der Umstellung von sogenannten Kraftfuttern auf Gerstenfütterung muss die Kraftfuttermenge mind. um 1/3 gekürzt werden, um Überfütterung und deren Folgen zu vermeiden, da Gerste wesentlich hochwertiger ist als die allermeisten Kraftfutter, die auf dem Markt erhältlich sind (z.B. 2 kg Gerste ersetzen 3 kg pelletiertes Kraftfutter).
Gerste hat ein ausgeglicheneres Aminosäuremuster als Hafer, muss aber mit essentiellen Fettsäuren ergänzt werden.

Hier findet man noch zu anderen anderen Getreidearten Informationen

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