Eigene Erfahrung – Heufütterung

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Heu „ad libidum“ , d h : bis zur Sättigung        Eselflüsterer

Im  Jahr bzw Winter 2013/14 hatte ich zum ersten Mal für die Miniatur.Eselstuten und deren Fohlen  die Heu -Rundballenraufe. in Gebrauch..

 Heuraufe für Miniesel

Zum einen sollten die Esel immer Heu zur Verfügung haben,zum anderen sollte man Zuchtstuten , Fohlen und tragende Stuten nicht nur zugeteilte Mengen anbieten.Sie würden dadurch zu wenig bekommen.Der Bedarf an Vitaminen,Mineralien etc ist ist in der Zucht = Arbeit zum nicht „arbeitenden“ Esel erheblich höher. Fohlen- führende Stuten können durch zu geringe Mengen abmagern und haben dann erheblichen Stress durch ihre Fohlen,die weiterhin evtl sogar verstärkt durch zu wenig Heu ,mehr bei der Stute saugen.Durch diesen inneren Stress kann es zur Hyperlipaemie ,zur Entgleisung des Fettstoffwechsels kommen. Dabei greifen die Stuten auf ihre eigenen Fettreserven im Körper zurück .Wenn der Zustand zu weit fortgeschritten ist,nehmen die Stuten kein Futter mehr  und sterben. Es sterben bis zu 95% an eine Hyperlipaemie. Ich habe Jahre lang  Heu von Feuchtwiesen  gefüttert. Hier im Norden gibt es viele Moor- und Feuchtweiden,so dass kaum etwas anderes zu bekommen war. Aber im Laufe der Jahre hatte das Heu immer mehr Schilf – und Binsenanteile. Schilf hat absolut keinen Nährwert und Binsen werden nicht gefressen. Auch im  Winter 2012/2013 hatte ich noch solches Heu . Einer der Normaleselstuten hatte ihr letztes Fohlen bei Fuß.Trotz ausreichende Fütterung von dem Heu bekam sie Hyperlipaemie und verstarb. Ich sehe im nach hinein eine geringe Schuld in der Art des Heus,es hatte keine Qualität..
Auch in  dem Winter  2013/2014 hatte ich noch sehr viel mit Schilf und Binsen ,mein bisheriger Heulieferant konnte mir aber nichts besseres bieten.So suchte ich anderweitig nach besserem Heu und wurde endlich fündig.- Es ist das ideale Heu –  die Mahd stammt von extensiv bewirtschafteten Flächen, auf denen Lieschgras und Rotschwingel dominieren, ergänzt durch verschiedene Wildkräuter. Ideales Heu , vom Geruch, Struktur und Konsistenz gut , faserig und griffig.Heu muß hart und stengelig sein, damit ein möglichst hoher Anteil an Rohfaser bei ausgewogenem Eiweißgehalt vorhanden ist. Dies erreicht man ausschließlich durch einen späten, ersten Schnitt, nach Möglichkeit ab Mitte / Ende Juni bis Mitte Juli,Mitte bis Ende der Blüte.  Durch den späten Schnitt erhält man obendrein auch noch einen wünschenswerten Nebeneffekt —   Das für die Mahd in Anspruch genommene Pflanzenmaterial hat zu diesem Zeitpunkt eine Länge von 30cm weit überschritten – die Esel sind länger da durch mit der Futteraufnahme beschäftigt, kauen erheblich gründlicher und speicheln das Futter besser ein.Um so besser ein gespeichelt wird,um so besser ist die Verdauung.
“ Der Magen des Esels besitzt ein saures Milieu,durch die im Speichel befindlichen Elektrolyte (Bicarbonat-Ionen) wird das Säure-Basengleichgewicht im Körper erhalten.Das Futter wird durch den mineralstoffhaltigen Speichel gepuffert  “ Zitat- Verdauungsorgane
Um den Heurundballen kam noch das Heunetz von MW 4,5 cm ,so dass die Esel noch ein wenig gebremst werden .Das Heu wird super genommen,alles gefressen und alle Tiere sehen gut aus. Die Heurundraufe hat eine innere Platte (siehe 1.Foto). So bald es den Eseln möglich ist,auf dieser Platte in der Rundraufe zu fressen,wird kein Hälmchen verschwendet. Das sagt mir,das Esel ihrer Natur entsprechend eine ebenerdige Fütterung von Heu  bevorzugen..Während der Winterzeit waren die Esel fast den ganzen Tag mit Heu fressen beschäftigt. So bald die Sonnenstrahlen intensiver waren,wurde auch weniger gefressen.
Neben her bot ich auch Stroh an ,welches dann auch gerne genommen wurde. Ich konnte beobachten, das die Esel  ihren Energiebedarf .selber „regelten“. und zwar wurde bei Minustemperaturen,also auch eben unter Null Grad,kaum bis gar kein Stroh gefressen.Bei Plus Grade waren meine Stroh Angebote immer leer. Zum Frühling hin  sank der Heubedarf erheblich. Instinktiv machen die Esel,wenn sie die Wahl beim Fressen  haben, das richtige.  Stroh ist ja nicht nur als Einstreu geeignet, sondern leistet auch in der Fütterung gute Dienste. Relativ Eiweißarm und reich an Rohfaser sorgt Stroh auch für eine gute Beschäftigung der Esel bei der Futteraufnahme.Wenn den Tieren im Sommer neben der Weide Stroh zur Verfügung gestellt wird,neigen sie nicht so schnell dazu, fett zu werden.
Als Sorten bei Stroh sind Haferstroh, Gerstenstroh und Weizenstroh geeignet; wichtig ist hierbei, das Pflanzenmaterial nicht zu häckseln und möglichst in voller Länge zu belassen, da bei der Aufnahme größerer Mengen an gehäckseltem Material die Gefahr einer Opstipation (Verstopfung) auch Kolik besteht.
Stroh kann nicht als alleiniges Futtermittel dienen, eine Fütterung von 1  kg zur Heuration stellt jedoch kein Problem dar. Durch meine Beobachtung  in den Wintermonaten  weiß ich , dass die Esel bei zeitgleichem Angebot von ausreichend Heu (ad libidum) gerne auch  Stroh nehmen. Ich kann es ihnen ohne Sorge anbieten. Stroh macht satt ,aber  nicht dick und die eselige Figur bleibt erhalten..
Ich kann jetzt sagen,bei über 10 Zuchtstuten und einigen aufwachsenden Fohlen/Jährlingen  hat sich bei mir der Einsatz der Heurundraufe rentiert. Im Sommer gibt es wieder mehr Stroh zum Gras  . Raufutter muß sein,sonst gibt es durch das Gras Verdauungsprobleme wie Kotwasser ,Durchfall etc. Außerdem verfetten bei reiner Grashaltung die Esel .

 

Ein Gedanke zu „Eigene Erfahrung – Heufütterung

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