Januar / Februar/ März 2012

Schon der Dezember bescherte uns Regen,Regen,Regen und Weihnachten war nicht wirklich Weihnachten.Den Eseln gefiel das Wetter noch weniger wie uns Menschen . Sie sind nun mal Tiere der Trockenheit als ehemalige  Wüstenbewohner. Sir brauchen Sand und Sonne zum Wohlfühlen. In der Zeit,wo es regnete, gab es so gut wie keine Sonne und trockenen Sand zum Wälzen noch weniger. Die Folge war, das einige , die vorher schon leichte Probleme des Immunsystems zeigten, Hauterscheinungen bekamen. In erster Linie die Stute,die im Herbst eine Totgeburt hatte. Es war ein Pilz mit bakterieller Beteiligung. Es bildete sich Eiter auf der Pilzstelle und da wo der Eiter über das Fell abfloss, verklebte er alles . Danach fiel das Fell aus und es zeigt sich nackte Haut. Inzwischen war hier alles unter Wasser Weide der Miniesel, die Sommerwiese ein See,  durch Sturm waren einige Bäume gekippt Auslauf Kühe u umgekippter Baum –  es sah chaotisch aus . Die Kühe standen teilweise bis zum Bauch in Matsche, Wasser,Wasser…aber ändern konnte ich es nicht. Wir wohnen in Moornähe und müssen damit fertig werden. Wir pumpten Wasser ab,so weit es möglich war-die Pumpen liefen heiß.Dann die Nachricht – Frost im Anmarsch ! Ich schaffte es gerade noch die Pumpen rein zu stellen. Ansonsten hatten alle ein Dach über den Kopf und konnten trocken schlafen. Inzwischen waren noch ein paar Pilzkandidaten bei den Eseln.Die hatten es aber ausschließlich über Kontakt bekommen. Waschen konnte ich meine Mädels bei den Temperaturen wohl nicht richtig und so schnitt ich die vom Pilz befallenen Stellen frei und machte sie nur in dem Bereich nass  mit Imaverol. Futter mäßig  stellte ich auch noch um und 14 Tage später hatte ich den Pilz im Griff. Genaue Behandlung des Pilzes werde ich noch unter Gesundheit schreiben.Inzwischen war es sehr kalt geworden und sämtliche „Seen“waren gefroren. Ich schaffte wie verrückt Heu in den Stallungen und war froh,das kein Esel fror.Ihnen war das Wetter unangenehm (mir auch) ,aber es ging ihnen gut. Die Kühe bekamen auch 2 x am Tag Heu, dazu mußte ich immer auf die Wiese. Mittags war ich um 13 Uhr 30 im Haus und machte eine kurze Pause.Meist so gegen 16Uhr bekamen die Kühe ihre 2.Runde Heu,ich machte dann das Wasser eisfrei und füllte es neu auf.Danach war es dunkel. So auch an dem Tag,wo ich die kleine Pearl fand. –  mein jüngstes eseliges Familienmitglied, sie ist ein sehr forsches,neugieriges und aufgewecktes Eselkind von 5 Mon. Sie spielt unendlich viel mit ihrem Halbbruder „Filou“. „Pearl“  ist ganz einfach eine „Perle“. Im Auslauf der Esel war auch ein großer See entstanden,da sauste Pearl vorher mit Wonne durch. Pearl nach einem “Seegang”Teil-Auslauf der Normalesel
Jetzt aber war der See erstarrt und eine Eisfläche.Wie jeden Tag  mache ich zur Mittagszeit die Aussentür auf,damit auch das ältere Semester (21J und älter) raus  in die Sonne konnte.So auch an dem Tag .Ich war bis ca 14 Uhr vor Ort und bin dann rein,selber Pause machen.Während meiner Pause ,so nach ca 1 Std hörte ich 2 x I A ,was im Moment nicht so oft ist.Ich dachte an meine Hengste und machte mir bei dem 1.Rufen keine Gedanken,1/4 Std später wieder „I A“,ich raus ohne groß anzuziehen,ich sah und hörte in dem Moment nichts,zog mir aber dann doch meine Jacke etc an,weil ich so wie so den Kühen die 2.Runde Heu bringen  mußte . Wie ich auf die Weide zu den Kühen kam, sah ich das,was die anderen,vorwiegend wohl Mutter „Peggy“ rufen ließ – Pearl hatte wohl wieder mit Filou gespielt und war aufs Eis geraten,war ausgerutscht und kam nicht mehr hoch. Sie hatte jetzt wohl schon ca eine Stunde liegend auf dem Eis verbracht und war von unten eisig kalt und hatte an den Hinterbeinen und am Schwänzchen im Fell schon einige Eiszapfen.Ich habe ihr dann erst mal hoch geholfen und langsam Richtung Stall gebracht.Abgetrocknet ,Arnica und  Futter gegeben, schnell Decken geholt und eingedeckt.Filou war immer dabei und ließ ihr keine Ruhe – auch dadurch kam wieder ihre Durchblutung in Schwung.Abends gab es noch ein paar Socken für die nassen Beinchen und ein schönes Strohlager.
Nach dem Zwiebelprinzip war sie  eingepackt.  Pearl eingepacktAm nächsten Morgen lagen die Decken noch genauso und ich konnte sie,weil ihre Temperatur wieder normal war, auspacken. Pearl halb “entblättert”Für mich,die wirklich fast 8/9 Std pro Tag bei den Tieren ist,war es ein ganz schöner Schreck.Pearl ist wieder fit,wäre ich aber erst zur Abendfütterung um 20 Uhr gekommen,hätte es wohl anders ausgesehen. Der Frost hielt  eine Weile an,so dass ich meine Eselchen viel innere Wärme geben musste.Pearl traute sich nach ihrem Erlebnis allein nicht nach draußen. Da draußen ja auch alles gefroren war,es teilweise bis Minus 20Grad fror,war sie im Stall auch besser auf gehoben. Interessenten für  Filou und Pearl besuchten uns, die Langohren und mich .Sie waren begeistert von den beiden und  Mitte März hieß es Abschied nehmen. Sie werden in Zukunft im Schwarzwald wohnen.Der Abschied viel mir sehr schwer,aber ich weiß sie dort in den besten Händen.

Der März kam auch mit etwas mehr Sonne und Wärme,wo durch die Esel auch in Frühlingsstimmung kamen. Der Monat verging im Fluge, weil die Tage länger und angenehmer waren und ich draußen einiges tun/aufräumen konnte. Bei der Kälte war einiges liegen geblieben.Auch war es an der Zeit, wieder einige Eselhufe in Ordnung zu bringen. Meine „Pilzeselchen“ hatten sich gut erholt und die tragenden Damen wurden rund und runder, die ersten hatten ja auch schon im April  Abfohltermin.. Die 1.Stuten kamen für ein Fohlen in 2013 zum Hengst. Ende März kamen dann noch meine 2 Miniesel aus England – Dee Dee Dee Dee (LN Dee Flames Out ) und Smoke Smoke ( Markle Black Smoke ). Die beiden waren in sehr guter Verfassung und passten sich super der Herde an.Nur hatten sie wohl über längere Zeit ein zu enges Halfter umgehabt. Die Spuren werden noch länger sichtbar sein.              Bei den Minieseln hatte sich ansonsten auch etwas getan – Good Guys Wear White und RST Yara fanden neue Besitzer. Sie werden ab August  therapeutische Aufgaben in einem Kindergarten in Österreich haben. Yara wurde Ende März entwöhnt und Witchy,ihre Mutter kam zum Hengst.  Da Witchy ein Sensibelchen ist und in Amerika wild aufgewachsen, bekam sie zu Anfang beim Hengst eine Euterentzündung. Sie mußte tierärztlich versorgt werden und überstand die restlichen Wochen bei Luster sehr gut. So verging auch der März schnell.